Whitehouse Peterson, Jeanne; Kogan Ray, Deborah: I Have A Sister My Sister is Deaf

ihaveasistermysisterisdeafEin Mädchen erzählt von dem Leben mit ihrer gehörlosen Schwester. Sie beschreibt, was sie alles zusammen unternehmen und wie unterschiedlich sie die Situationen erleben und wahrnehmen. Ihre Schwester spielt gerne Klavier, weil sie dann die tiefen Töne vibrieren fühlt, und sie spürt, wenn ein Hund neben ihr bellt; das Gefühl dieses Geräusches mag sie aber nicht. Die Schwestern kommunizieren mit dem Mund, den Händen und Fingern und auch mit den Augen; außerdem drückt die kleine Schwester mit ihrem Gesicht und ihren Schultern mehr aus, als alle Menschen, die ihre große Schwester kennt. Wenn sich die große Schwester die Ohren zuhält, fragt sie sich: Ist es das Gleiche?

Die 29-seitige Geschichte der zwei Schwestern, die die Welt auf ganz unterschiedliche Weise wahrnehmen, ist sowohl rührend als auch fesselnd. Die Ich-Erzählerin schafft es, dass der*die Leser*in einen kleinen Einblick in die Wahrnehmungswelt ihrer gehörlosen Schwester bekommt und beschreibt mit einfachen Worten, wie sie miteinander leben. Die gefühlvolle Erzählweise der großen Schwester vermittelt den Eindruck, dass ihre jüngere Schwester im Leben sehr gut zurechtkommt, wobei sie von ihrer Mutter und der Schwester sehr liebevoll unterstützt wird.

Durch das Lesen dieses wunderbaren Buches bekommen Kinder die Gelegenheit, sich in einen Menschen hineinzuversetzen, der nicht in der Lage ist zu hören. Die Geschichte bietet außerdem Anlass, sich über verschiedene Arten der Kommunikation zu unterhalten und regt zum Nachdenken an. Was nehme ich um mich herum wahr und wie aufmerksam bin ich für andere Menschen und ihre Wege, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen?

Die realistisch wirkenden Illustrationen in schwarz und weiß untermalen anschaulich, was die große Schwester beschreibt und tragen dazu bei, leichter in die Welt der beiden Schwestern einzutauchen.

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Sprache: Englisch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Freundschaft, Gehörlosigkeit, Gefühle

Verlag: HarperCollins

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Zaghir, Rania; Ishak, Racelle: Wer hat mein Eis gegessen? – Cine mi-a mâncat înghețata?

werhatmeineisgegessenEin Kind sitzt auf einer Parkbank und überlegt, wie es seine vier Kugeln Eis am besten essen kann, ohne sich zu bekleckern. Nacheinander tauchen verschiedene Ungeheuer und Sagengestalten auf, die jedes ihre Art demonstrieren, wie das Eis am Besten zu schlecken sei. So verschwindet das Eis nach und nach, bis am Ende nichts mehr übrig ist. Ein fünfköpfiger Riese taucht auf, doch bevor er etwas sagen kann, stopft sich das Kind die Eiswaffel komplett in den Mund. Es nimmt sich vor, in Zukunft auf keinen Rat mehr zu hören und Eis nur noch so zu schlecken, wie es selbst es für richtig hält.

Auf 16 Seiten lernen wir auf zwei Sprachen die unterschiedlichsten Methoden kennen, ein Eis zu schlecken, doch leider ist dieses Vergnügen dem Kind auf der Parkbank nicht vergönnt. Nach dieser Erfahrung fasst es einen Beschluss, der auf viele Lebenslagen übertragbar ist: Es ist besser, Dinge auf die eigene Art zu erledigen, um zu dem Ergebnis zu kommen, das man haben möchte. Das heißt nicht, dass man keine Ratschläge oder Hilfe annehmen soll, aber letztendlich muss man selbst entscheiden, wie man etwas machen möchte.

Die farbenfrohen Illustrationen dieser kleinen Geschichte bringen viel Spaß beim Lesen und man ist dank der unmissverständlichen Mimik der Figuren unweigerlich ebenso entsetzt über das aufgeschleckte Eis wie das eislose Kind selbst.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch/Rumänisch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Selbstbestimmung, Vorbilder, Fremdbestimmung

Verlag: Edition Orient

Seefeldt, Philipp: Reiner der Weiner

reinerderweinerReiner verschläft und kommt zu spät zur Schule, weil sein Freund Fridolin der Frosch vergessen hat, ihn zu wecken. Die Lehrerin glaubt ihm seine Erklärung für die Verspätung nicht und schickt ihn und Fridolin in die Ecke des Klassenzimmers. Dort steht auch ein Goldfischglas, dessen Bewohner viel zu groß für seine Behausung geworden ist. Reiner fängt angesichts des unglücklichen Fisches an zu weinen und flutet damit das gesamte Klassenzimmer. Der Fisch entkommt durch die Überschwemmung und die ganze Klasse bekommt an diesem Tag schulfrei. Reiner macht sich auf den Weg zu seinem Großvater, dessen Weinberg am Vertrocknen ist, da es seit Ewigkeiten nicht geregnet hat. Reiner fängt an zu weinen und kommt währenddessen auf die Idee, mit seinen Tränen die Weinreben zu bewässern. Sein Plan geht auf und bald gibt es wieder Traubensaft. Zur gleichen Zeit brennt es im Haus des Großvaters, aber die Feuerwehr kann den Brand nicht löschen, da es kein Wasser gibt. Reiner bricht in Tränen aus und hat die Idee, diese als Wasserquelle für den Löschschlauch zu benutzen. Reiner wird daraufhin gefeiert, aber Fridolin ist unglücklich, da er sich nichts sehnlicher wünscht als einen Teich, in dem er leben kann. Reiner macht seinem Freund eine Überraschung und weint ihm einen eigenen Teich.

Reiner der Weiner“ ist ein sehr sensibles Kind, dessen Tränen jedes Mal zu einer kleinen Sintflut ausarten. Mit dieser Gabe kommt er anderen zur Hilfe und macht sich dadurch sehr beliebt.

Der eigenen Trauer freien Lauf zu lassen wirkt heilsam und erlöst zum Teil von dem Schmerz, den man fühlt. Reiner ist in dieser Hinsicht ein echtes Vorbild, da er seine Gefühle nicht verbirgt und den Schmerz nicht in sich rein frisst, sondern seine Emotionen in die Welt hinaus weint. Damit bricht er ganz nebenbei mit gängigen Geschlechterrollenklischees, nach denen männlich sozialisierte Kinder ihre Gefühle nicht zeigen sollen und schon gar nicht weinen dürfen. Reiners 28-seitige, mit ungewöhnlich ausdrucksstarken und teilweise bizarren Illustrationen dargestellte Geschichte bietet Anlass zum Gespräch über den Umgang mit Gefühlen, im Besonderen Trauer, Enttäuschung, Wut etc., also negativ empfundenen Emotionen.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Gefühle, Trauer, Stärke

Verlag: Tulipan Verlag

Scheffler, Alex; Donaldson, Julia: Der Grüffelo

DerGrüffeloDie Maus spaziert durch den Wald und wird nacheinander von Fuchs, Eule und Schlange unter einem Vorwand in ihr jeweiliges Zuhause eingeladen. Jedes Mal lehnt die Maus die Einladung dankend ab und erzählt von ihrem gefährlichen Freund, dem Grüffelo, zu dem sie auf dem Weg sei. Die Mäusefresser*innen nehmen daraufhin Reißaus und die Maus verspottet sie, weil sie den Grüffelo nur erfunden habe. Schließlich aber begegnet sie dem echten Grüffelo, der sie ebenfalls verspeisen will. Die Maus reagiert geistesgegenwärtig und erklärt ihm, dass sie im ganzen Wald gefürchtet sei. Gemeinsam begegnen sie Fuchs, Eule und Schlange, die angesichts des Grüffelos wieder fliehen. Dieser glaubt, die Tiere hätten Angst vor der Maus und geht ihr letztendlich selbst lieber aus dem Weg.

Die 24-seitige Geschichte von der listigen Maus ermutigt dazu, bedrohliche Situationen geistreich zu lösen, ohne Gewalt anwenden zu müssen oder selbst Gefahr zu laufen, Gewalt zu erfahren.

Die lustigen und freundlichen Illustrationen harmonieren mit dem ebenso witzigen und charmanten Text, der komplett in Reimen formuliert ist und dadurch die, die mit dem Text vertraut sind, zum Mitsprechen einlädt.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Angst, Mut, Selbstbewusstsein, Lügen

Verlag: Beltz & Gelberg

Schami, Rafik; Schärer, Kathrin: „Hast du Angst?“, fragte die Maus

HastduAngstfragtedieMausMinas Mutter kehrt ohne Vorräte in die Mäusehöhle zurück, weil sie von der Katze gejagt wird. Sie sagt, sie habe Angst bekommen, woraufhin Mina sie fragt, wo diese Angst ist. Um der Frage nach der Angst auf den Grund zu gehen, fragt sie verschiedene Tiere, ob sie Angst haben. Diese erzählen ihr von unterschiedlichen Gefühlen, aber nichts davon kann Mina verständlich machen, was Angst ist. Zuletzt begegnet sie der Schlange, und zum ersten Mal spürt sie die Angst am eigenen Leib. Mina rennt nach Hause und lässt sich von der Mutter und der Wärme ihrer Familie trösten.

Minas Suche nach der Angst ist eine philosophische Reise durch die Welt der Gefühle. Wir lernen, dass alle Tiere bzw. Menschen Gefühle unterschiedlich wahrnehmen und auch unterschiedlich bewerten. Der*die Eine macht Angst und die anderen erstarren vor ihr. Schlussendlich kann man ein Gefühl nur verstehen, wenn man es selbst erlebt hat.

Die detaillierten und farbintensiven Illustrationen stellen auf 26 Seiten auf beeindruckende Weise dar, wie die Maus Mina ihre Angst im Angesicht der Schlange findet und sie in der schützenden Wärme ihrer Mutter und Geschwister wieder vergessen kann.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Angst, Selbsterfahrung

Verlag: Beltz & Gelberg

Mhlophe, Gcina; Tessmer, Silke: Wie die Geschichten auf die Welt kamen

WiedieGeschichtenaufdieWeltkamenZu einer Zeit, in der die Welt noch jung ist, lebt Mazanendaba zufrieden mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf. Nur eins fehlt ihnen in ihrem Leben: Es gibt noch keine Geschichten, die die Leute sich erzählen könnten. Mazanendaba macht sich auf den Weg, um von den Tieren Geschichten kennenzulernen. Diese kennen selbst keine, aber sie erfährt von ihnen, dass alle Geschichten im Königreich des Geistervolkes unter dem Meer gesammelt werden. Auf dem Rücken eines Delphins taucht Mazanendaba hinab in das Geisterreich und bittet den König und die Königin um Geschichten. Sie erhält eine sehr große Muschel, die unzählige Geschichten enthält, die man hören kann, wenn man die Muschel an das Ohr hält. Als Mazanendaba wieder auftaucht, erwarten sie bereits ihre Familie, alle Menschen aus ihrem und den umliegenden Dörfern und viele Tiere, die alle gekommen sind, um Geschichten zu hören. Jeden Abend hören sie eine neue Geschichte und erzählen sie weiter, so dass die Geschichten um die ganze Welt gehen.

Die 31-seitige Geschichte von Mazanendaba erinnert an ein Märchen aus alten Zeiten, sozusagen der ersten Geschichte, die man sich hätte erzählen können. Auf der Suche nach Geschichten, die sie ihrer Familie erzählen kann, erlebt Mazanendaba selbst ein unglaubliches Abenteuer, das eine Erzählung wert ist. So kann man die Muschel, die ihr Geschichten ins Ohr flüstert, auch sinnbildlich dafür verstehen, dass Mazanendaba auf Grundlage des von ihr Erlebten nun eigene Geschichten erzählt. Schließlich regen gute Geschichten unsere Fantasie an und verleiten uns dazu, sie weiterzuspinnen oder alternative Handlungsverläufe zu erfinden. Und sie geben uns den Mut, uns Dinge vorzustellen, die wir für unmöglich halten, über die wir aber gerne nachdenken, um unser Leben zu bereichern und über die Grenzen des Vorstellbaren hinweg der Realität hin und wieder zu entfliehen. Darum ist es auch so wichtig, mit Kindern Geschichten zu lesen, zu erzählen und zu erfinden. Sie regen die Fantasie an und ermöglichen uns, die Realität umzudenken und zu neuen Ideen zu kommen. Ohne diese Fähigkeit würde die Welt im übertragenen Sinne stillstehen und wir würden aufhören, uns weiterzuentwickeln. Nur mit genügend Vorstellungskraft ist es denkbar, die herrschenden Lebensumstände zum Besseren zu verändern; ganz nach dem Motto:

Diejenigen, die immer nur das Mögliche fordern, erreichen gar nichts. Diejenigen, die aber das Unmögliche fordern, erreichen wenigstens das Mögliche.“ (Michail Bakunin).

Hierin sehe ich auch den pädagogischen Wert dieses Buches, womit es glücklicherweise nicht alleine steht. Aber eben dieses Buch bietet die Anregung, sich mit dem Thema Geschichte(n) auseinanderzusetzen und eigene zu erfinden. Eine gute Grundlage für eine Unterrichtseinheit und zum Philosophieren mit Kindern.

Die bildliche Darstellung ist liebevoll und farbenfroh umgesetzt und zeigt uns in den Gesichtern der Charaktere, wie glücklich es machen kann, einer guten Geschichte zu lauschen.

Blick ins Buch:

WiedieGeschichtenaufdieWeltkamen3

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Fantasie, Mut, Gemeinschaft, Realitätsflucht

Verlag: Hammer

McKee, David: Elmer ve renkler – Elmar und die Farben

elmarDer bunte Elefant Elmar begegnet vielen Farben auf seinem Weg, z.B. einem weißen Schneemann mit lilafarbenem Schal, einer Orange und einer Zitrone und dem roten Sonnenuntergang.

Der fröhliche bunte Elefant Elmar stellt den Leser*innen auf 12 Seiten seine Farben vor, und das gleich in zwei Sprachen: Deutsch und Türkisch. Dieses kleine Buch bietet viele Möglichkeiten, in das große Thema Farben einzusteigen.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch/Türkisch
Altersempfehlung: ab 2 Jahren
Themen: Farben, Mehrsprachigkeit
Verlag: Schulbuchverlag Anadolu

McGrory, Anik: Kidogo

Kidogo

Unter den Elefanten ist Kidogo der kleinste und bekommt von allen Seiten Hilfe im Alltag. Da er aber nicht immer der Kleinste sein und von allen geholfen bekommen will, zieht er los, um jemanden zu finden, der genauso klein ist wie er. Er sucht überall und ist schon der Meinung, dass er der Kleinste auf der Welt ist. Deshalb beschließt er, ab sofort nicht mehr auf Hilfe angewiesen zu sein und alles selbst zu machen. Beim Staubbad trifft er auf Ameisen; die ersten Lebewesen, die kleiner sind als er. Er hilft ihnen und gelangt mit ihnen zusammen wieder nach Hause. Dort merkt er, dass er nicht zu klein ist, sondern genau richtig für einen kleinen Elefanten.

Die Geschichte des kleinen Elefanten berührt vor allem durch ihre Darstellung in farbintensiven Aquarellen. Jede*r, der*die schon mal der*die Kleinste war oder ist, kann sehr gut nachvollziehen, wieso Kidogo nach jemandem sucht, der*die ihm auf Augenhöhe begegnet.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch
Altersempfehlung: ab 3 Jahren
Themen: Selbstwert, Selbstbestimmung, Größe, Andersartigkeit, Zugehörigkeit
Verlag: Bloomsbury

Louis, Catherine: Mein kleines chinesisches Wörterbuch

meinkleineschinesischeswörterbuchDieses besondere Wörterbuch ist sehr schön zu betrachten, wobei man auf jeder der 100 Seiten etwas Neues lernt: Alte und neue chinesische Schriftzeichen und ihre Aussprache und Bedeutung im Deutschen. Vor allem für Kinder, die schon selbstständig lesen, kann dieses Buch reizvoll sein, da sie eine Art „Geheimschrift“ lernen, die zugleich eine Sprache ist, die sehr viele Menschen verstehen. Die Versuchung ist groß, diese Zeichen abzumalen und Briefe oder Bilder damit zu gestalten. Spannend ist es auch, die Schriftzeichen zu betrachten und herauszufinden, ob man nicht sogar sehen kann, was sie bedeuten. Oder man erfindet eine eigene Schriftsprache. Die Möglichkeiten, mit diesem Buch zu arbeiten, sind zahlreich.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch/Chinesisch

Altersempfehlung: Erstleser*innen

Themen: Sprachen, Schrift, Fantasie, Erfinden, Lesen, Gestalten

Verlag: NordSüd

Klassen, Jon: I want my hat back

iwantmyhatbackEin Bär hat seinen Hut verloren und möchte ihn wieder haben. Er fragt den Fuchs, den Frosch, den Hasen, die Schildkröte, die Schlange und das Gürteltier, aber niemand scheint seinen Hut gesehen zu haben. Das macht den Bär sehr traurig und er hat Angst, ihn nie wieder zu finden. Doch dann erinnert sich der Bär, dass er den Hut doch gesehen hat. Er läuft zurück zum Hasen, der seinen roten, spitzen Hut auf dem Kopf trägt und beschuldigt ihn des Diebstahls. Wie der Bär seinen Hut zurückbekommt und wie er den Hasen für diesen schweren Diebstahl bestraft, ist nicht zu sehen, aber sehr deutlich zu erahnen….

Der besondere Charme dieses Buches geht von den immer gleich dreinschauenden und unbeteiligt wirkenden Charakteren aus, mit denen der Bär auf der Suche nach seinem geliebten Hut immer wieder einen ähnlichen, emotionslosen Dialog führt. Nur den aufmerksamen Leser*innen ist es möglich, den Hut zu entdecken, bevor der Bär ihn findet. Die karge Mimik, der starre Blick und der schwarze Humor spricht vor allem Erwachsene an und ein überraschtes, fast ungläubiges Lachen à la „Hat er das jetzt wirklich getan?!“ bleibt hier nicht aus.

Jon Klassens skurrile Geschichte hat keine Moral, oder jedenfalls keine, die man sich zum Vorbild machen sollte. Daher empfiehlt es sich, dieses 40-seitige Buch trotz seines sehr einfachen Textes mit Kindern zu lesen, die bereits zwischen Witz und Ernst unterscheiden können und den Bären… nicht so ernst nehmen.

Blick ins Buch:

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Sprache: Englisch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Verlust, Diebstahl, Rache, Lügen

Verlag: Candlewick Press