Seefeldt, Philipp: Reiner der Weiner

reinerderweinerReiner verschläft und kommt zu spät zur Schule, weil sein Freund Fridolin der Frosch vergessen hat, ihn zu wecken. Die Lehrerin glaubt ihm seine Erklärung für die Verspätung nicht und schickt ihn und Fridolin in die Ecke des Klassenzimmers. Dort steht auch ein Goldfischglas, dessen Bewohner viel zu groß für seine Behausung geworden ist. Reiner fängt angesichts des unglücklichen Fisches an zu weinen und flutet damit das gesamte Klassenzimmer. Der Fisch entkommt durch die Überschwemmung und die ganze Klasse bekommt an diesem Tag schulfrei. Reiner macht sich auf den Weg zu seinem Großvater, dessen Weinberg am Vertrocknen ist, da es seit Ewigkeiten nicht geregnet hat. Reiner fängt an zu weinen und kommt währenddessen auf die Idee, mit seinen Tränen die Weinreben zu bewässern. Sein Plan geht auf und bald gibt es wieder Traubensaft. Zur gleichen Zeit brennt es im Haus des Großvaters, aber die Feuerwehr kann den Brand nicht löschen, da es kein Wasser gibt. Reiner bricht in Tränen aus und hat die Idee, diese als Wasserquelle für den Löschschlauch zu benutzen. Reiner wird daraufhin gefeiert, aber Fridolin ist unglücklich, da er sich nichts sehnlicher wünscht als einen Teich, in dem er leben kann. Reiner macht seinem Freund eine Überraschung und weint ihm einen eigenen Teich.

Reiner der Weiner“ ist ein sehr sensibles Kind, dessen Tränen jedes Mal zu einer kleinen Sintflut ausarten. Mit dieser Gabe kommt er anderen zur Hilfe und macht sich dadurch sehr beliebt.

Der eigenen Trauer freien Lauf zu lassen wirkt heilsam und erlöst zum Teil von dem Schmerz, den man fühlt. Reiner ist in dieser Hinsicht ein echtes Vorbild, da er seine Gefühle nicht verbirgt und den Schmerz nicht in sich rein frisst, sondern seine Emotionen in die Welt hinaus weint. Damit bricht er ganz nebenbei mit gängigen Geschlechterrollenklischees, nach denen männlich sozialisierte Kinder ihre Gefühle nicht zeigen sollen und schon gar nicht weinen dürfen. Reiners 28-seitige, mit ungewöhnlich ausdrucksstarken und teilweise bizarren Illustrationen dargestellte Geschichte bietet Anlass zum Gespräch über den Umgang mit Gefühlen, im Besonderen Trauer, Enttäuschung, Wut etc., also negativ empfundenen Emotionen.

Blick ins Buch:

reinerderweiner2

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Gefühle, Trauer, Stärke

Verlag: Tulipan Verlag

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