Morrison, Toni & Slade; Lemaître, Pascal: Das Buch der Bösen

dasbuchderbösenEs gibt viele Arten, ein_e Böse_r zu sein. Manche lächeln, wenn sie böse sind, andere brüllen und wieder andere flüstern böse Worte. Die Bösen in seinem Leben sollte man kennen – Die Hauptsache ist, dass man trotzdem lächelt!

Das Buch der Bösen“ von Toni Morrison und ihrem Sohn Slade ist allen tapferen Kindern überall gewidmet, die die vielen Bösen in ihrem Leben ertragen müssen und dabei immer noch lächeln können. In diesem Buch werden auf 46 Seiten Böse vorgestellt, wie wir sie alle kennen: Sie sehen von oben auf uns herab, ärgern uns, zwingen uns den Teller leer zu machen oder eklige Sachen zu essen, sie wollen, dass wir uns gleichzeitig hier- und dorthin setzen, keine Rechtschreibfehler und sowieso alles richtig machen – und konfrontieren uns somit immer wieder mit Situationen und Aufgaben, die wir weder bewältigen können, noch wollen.

Wie erleben Kinder diese Dinge? Lemaîtres Illustrationen zeigen einen kleinen Hasen Auge in Auge mit den Bösen in seinem Leben, und es ist ihm deutlich anzusehen, wie er sich dabei fühlt.

Wer böse ist und wer nicht, ist ganz klar eine Sache der Wahrnehmung. Dieses Buch zeigt das sehr eindrucksvoll. Die eigene Mutter oder Großeltern erwarten und verlangen Dinge von Kindern, die diese nicht verstehen und als unangenehm bis unerträglich empfinden. Diese Gefühle müssen wir ernst nehmen und einfühlsam können wir versuchen, weniger böse zu sein. Das Leben verlangt Kindern einiges ab, wovon wir wenig bis gar nichts mitbekommen. Wer kann schon von sich behaupten, die Gefühle eines_einer Anderen immer und vollkommen zu verstehen? Jede_r nimmt Situationen unterschiedlich war und niemandes Gefühle haben Anspruch auf die eine wahrhaftige Wahrheit; weil diese für jede_n anders aussieht. Vor allem Kindern wird häufig abgesprochen, wie sie sich fühlen. „Stell dich nicht so an!“ ist wohl ein Satz, den jede_r von uns schon mal zu hören bekommen hat – oder vielleicht sogar selbst von sich gegeben hat? Wie schmerzhaft der Verlust eines Kuscheltiers, wie ungerecht das Beenden der Spielzeit oder wie grausam das Leeren des mit ekligen und Übelkeit erregenden Mahlzeiten gefüllten Tellers sein kann, kann man nicht von außen bewerten. Jedes Kind empfindet so einzigartig, wie seine Persönlichkeit nun einmal ist. Erwachsene sollten sich daher häufiger darauf besinnen, wie sie sich als Kind gefühlt haben, wenn eine Situation sie zu überwältigen gedroht hat und mit wie wenig Verständnis Erwachsene auf sie reagierten. Vielleicht gibt es dann eine_n Böse weniger im Leben eines Kindes.

Blick ins Buch:

dasbuchderbösen2

„Wer böse guckt, macht mir Angst, wenn er lächelt.“

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Gefühle, Selbstbestimmung

Verlag: Fischer Sauerländer

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