Schütze, Andrea; Tourlonias, Joëlle: Der größte Schatz der Welt

Schatz 1Der kleine Affe Mono versteht seine Mama in all dem Dschungellärm falsch und glaubt, er solle ihr einen Goldschatz bringen. Also macht Mono sich voller Tatendrang auf den Weg, um seiner Mama den größten und wertvollsten Schatz auf der ganzen Welt zu finden. Aber wo bekommt man so einen Schatz her? Das Affenkind fragt sich durch den Dschungel und trifft auf zahlreiche lustige Tierpersönlichkeiten, die ihm ihren größten Schatz vorstellen. Für den Spitzmaulfrosch ist es die Musik, für das Chamäleon seine Tarnungen, die Schlange würde Nichts auf der Welt gegen ihren fitten Körper eintauschen, während der Papagei seine Stimme seinen wertvollsten Schatz nennt. Auch die Spinne hat einen Schatz: ihr selbst gesponnenes Netz natürlich, aber das Faultier ist schon zufrieden, wenn es nur in Ruhe träumen kann. Letztendlich gibt der geheimnisvolle Dingo Mono den Rat, zurück zu seiner Mutter zu gehen und dort etwas über Schätze zu erfahren. Enttäuscht und ohne Schatz für seine Mutter will Mono wieder nach Hause laufen, doch im mittlerweile tief dunklen Dschungel findet er sich nicht zurecht. Ein Glühwürmchen leuchtet ihm den Weg mit seinem größten Schatz; seinem Licht. Mutter Affe und ihr Mono sind erleichtert und froh, sich wiederzusehen, und endlich kann die Mutter ihrem Kind ihren größten und wertvollsten Schatz auf der Welt zeigen. Dazu muss Mono nur in einen Spiegel schauen… Und die lange Suche hat ein Ende.

Andrea Schützes Geschichte über den kleinen geliebten Affen Mono tut einfach gut. Auf seiner Reise lernt das Affenkind viel über den immateriellen Wert der Dinge für jede*n Einzelne*n und das jede*r sein*ihr individuelles Glück an unterschiedlicher Stelle findet. Dabei nennt Niemand einen Schatz aus Gold und Juwelen sein*ihr Eigen, sondern ausschließlich Dinge, die entweder einfach wohltuend sind oder aus eigener Leistung heraus entstanden sind. Darum muss auch Niemand um seinen*ihren Schatz beneidet werden, weil jede*r auf andere Weise reich ist, die dem*der Anderen nichts oder weniger wert ist.

Auf 24 Seiten können wir gespannt verfolgen, was Mono über die Dschungelbewohner*innen und ihre Schätze lernt, wobei freundliche Illustrationen uns auf dieser Reise begleiten.

Ein schönes Buch mit einer schönen und wichtigen Moral: Das Wertvollste im Leben ist immer das, was einem*einer selbst am wichtigsten ist. Das kann sein, was man selbst geschaffen hat, was einen glücklich macht oder was bzw. wen man mit ganzem Herzen liebt.

Blick ins Buch:

schatz2

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Liebe, Wertschätzung, persönliches Glück, Vielfalt, Elternschaft, Gefühle

Verlag: Ravensburger

Vielen Dank an Ravensburger für das Rezensionsexemplar!

Erlbruch, Wolf: Ente, Tod und Tulpe

ente, tod und tulpe2Die Ente bemerkt einen heimlichen Verfolger. Es ist der Tod, der sie schon ihr ganzes Leben lang begleitet – nur für den Fall. Nachdem der erste Schreck überwunden ist, stellt sich der Tod als ein freundlicher und angenehmer Zeitgenosse heraus. Die beiden verbringen die nächsten Tage miteinander, gehen im Teich der Ente gründeln, klettern auf einen Baum, um den Teich von oben zu betrachten und liegen einfach nur im Gras herum und reden wenig. Die Ente denkt über ihr Leben nach und was wohl aus ihrem Teich wird, wenn sie nicht mehr da ist. Was passiert eigentlich, wenn man tot ist? Irgendwann wird der Ente plötzlich kalt und der Tod trägt den leblosen Körper zu seiner letzten Reise. Liebevoll tut er es und ist sogar fast ein wenig betrübt. „Aber so war das Leben.“

Wolf Erlbruchs personifizierter Tod ist ein liebenswerter Charakter und alles andere als angsteinflößend. Er ist es nicht, der das Leben beendet, sondern das Leben selbst sorgt für den Tod. Darum ist er immer schon da gewesen als aufmerksamer und ruhiger Begleiter. Nachdem die Ente herausfindet, dass der Tod sie begleitet, und feststellt, dass er ihr nichts Böses will, akzeptiert sie seine Gesellschaft und teilt ihre letzte Zeit mit ihm. Die einzige Sorge, die ihr bleibt, ist der einsame und entenlose Teich, wenn sie stirbt. Der Tod kann sie beruhigen: „Wenn du tot bist, ist auch der Teich weg – zumindest für dich“. Dadurch verliert die Ente ihre Angst und findet ein friedliches Ende.

Trotz des schweren Themas dieses Buches kann man auf unbestimmte Weise erleichtert sein, wenn man es ganz gelesen hat. Dabei helfen sicherlich die einfachen und freundlichen Illustrationen im ungewöhnlichen und charakteristischen Wolf Erlbruch-Stil. Warum sollte man Angst vor etwas haben, das genauso zum Leben gehört wie die Geburt? Der Tod lässt keine Sorgen zurück, also wieso davor fürchten? Was danach kommt, wissen wir nicht, aber es kommt wie es kommt und das Einfachste ist, es zu akzeptieren. Unsere Sorgen sollten wir auf unser Leben richten, da es das Einzige ist, das wir selbst bestimmen können.

Für Kinder ist der Tod ein wichtiges Thema, da sie ihm immer wieder begegnen und Antworten auf ihre Fragen fordern. Dieses Buch gibt auf 32 Seiten keine Antworten – Es gibt Denkanstöße, die die Angst vor dem Tod nehmen können und dazu ermutigen, Fragen zu stellen und eigene Antworten zu finden. Denn wie man über den Tod denkt ist ebenso individuell, wie man über das Leben denkt. Da gibt es kein Richtig und Falsch.

Blick ins Buch:

Ente, Tod und Tulpe

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Tod, Abschied, Todeskonzepte

Verlag: Antje Kunstmann

Veröffentlichung: Februar 2007

Vielen Dank dem Antje Kunstmann Verlag für das Rezensionsexemplar dieses nachdenklichen Buches!

Seven, John; Christy, Jana: A Rule is to BREAK – A Child’s Guide to Anarchy

aruleistobreakThere are plenty of ways to make anarchy“: „Don’t look like everybody else! Be you!“, sagt das Kind mit den blauen Haaren und näht sich ein Fuchskostüm. „Educate yourself. Use your Brain.“, „Build it. Don’t buy it.“ und „Think for Yourself.“ sind nur wenige der zahlreichen guten Tipps, die man diesem Buch entnehmen kann.

Die klare Botschaft dieses liebenswerten Ratgebers: Sei du selbst und tu was du willst. Teile diesen Spaß mit Freund*innen und gestalte dein Leben nach deinen Vorstellungen. Kurz: Das Fuchskind lebt, wie jedes Kind es können sollte – nämlich so, wie es leben möchte. Keine Fremdbestimmung sollte dem intuitiven und natürlichen Lebensstil eines Kindes im Wege stehen, das so kreativ und lebensfroh sein Wesen nach außen trägt und mit der Welt teilt. Nur so kann sich das Wesen des Kindes frei entfalten. Leider stellen sich viele gesellschaftliche Faktoren gegen ein komplett selbstbestimmtes Leben, weswegen die Regeln, die wir den Kindern aufstellen, auf das Nötigste zum Erhalt der Gesundheit und des sozialen Miteinanders beschränkt sein sollten und sie nicht in eine Form zwängen, in die sie nicht passen.

Die sympathischen Illustrationen dieses 40-seitigen Buches sind bunt und froh wie das unbeschwerte Leben eines Kindes, das so sein darf, wie es ist.

Blick ins Buch:

anarchy-why

Sprache: Englisch

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Themen: Selbstbestimmung

Verlag: Manic D Press