Fupz Aakeson, Kim; Eriksson, Eva: Erik und das Opa-Gespenst

erikErik weint viel, weil sein Opa verstorben ist und er vermisst ihn sehr. „Opa ist jetzt im Himmel“, sagt seine Mama. „Opa wird begraben und später wird er dann zu Erde.“, sagt sein Papa. Erik kann sich nicht vorstellen, dass Opa ein Engel oder Erde geworden ist, und außerdem stimmt das nicht; Opa sitzt nachts auf Eriks Kommode. Ob er nun ein Gespenst ist? Jedenfalls kann er durch Wände gehen und mit Erik einen nächtlichen Spaziergang zu seinem alten Haus unternehmen. Irgendetwas scheint ihm zu fehlen, was die beiden nun gemeinsam finden wollen. Sie erinnern sich an die Zeit, die sie zusammen verbracht haben und versprechen sich, aneinander zu denken. Nachdem sie sich Lebwohl gesagt haben, kann Erik endlich wieder gut schlafen und am nächsten Morgen sogar in den Kindergarten gehen.

Auf 28 Seiten erzählt Kim Fupz Aakeson die ergreifende Geschichte eines Kind, das sich nicht mehr von seinem Opa verabschieden konnte, bevor dieser verstarb, und deswegen nach dessen Tod nach einem Weg sucht, den Verlust zu verarbeiten. Es findet Trost in der Erinnerung an die gemeinsame Zeit, die Opa und Enkel miteinander verbrachten, und kehrt am Ende in den gewohnten Alltag zurück. Weder Mutter noch Vater können ihrem Kind mit ihrer eigenen Vorstellung vom Tod Trost spenden. Daher entwickelt Erik sein eigenes Todeskonzept, nach dem sein Opa als rastloses Gespenst zurückkehrt, um nach dem zu suchen, was ihm zu seiner ewigen Ruhe noch fehlt. Da das Gespenst nur zu Erik kommt, ist es der noch ausstehende Abschied von seinem Enkel, der das Opa-Gespenst zu ihm führt.

Jeder Mensch geht auf unterschiedliche Weise mit einem Verlust um und ebenso unterschiedlich ist der Raum und die Zeit, den jeder Mensch für die individuelle Trauerbewältigung braucht. Dieses Bilderbuch kann einen solchen Raum bieten, da es Anlass zum Gespräch über Trauer und Erfahrungen mit dem Tod gibt. Kinder lernen mithilfe solcher Bücher, dass die Zeit, die man miteinander verbringt, das wertvollste ist, das man teilen kann.

Eva Erikssons charakteristische Illustrationen zeigen stimmungsvolle Bilder, die liebevoll an ein schweres Thema heranführen und dadurch keine Angst machen, sondern zum Nachdenken anregen.

Blick ins Buch:

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Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 4 Jahren

Themen: Tod, Trauer, Abschied, Gefühle, Todeskonzepte

Verlag: Gerstenberg

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